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Warum Erwartungen deinen Erfolg blockiert

Wir planen, wir markieren Gipfel und wir zeichnen Linien in die Zukunft. Aber hast du dich schon einmal gefragt, welcher Motor dich dabei wirklich antreibt? Oft sind unsere Ziele nicht das, was sie scheinen – sie verraten mehr über unsere inneren Ängste als über unsere wahren Wünsche. Bevor du voll durchstartest, lohnt sich ein Blick auf das, was du unbewusst in dein Handgepäck gepackt hast.

In diesem Artikel geht es um die wahren Antriebskräfte hinter deinen Zielen – und warum nicht jeder Motor dich dahin bringt, wo du eigentlich hinwillst.

Traditionell nutzen wir die ersten Januartage, um Landkarten fürs neue Jahr zu zeichnen. Wir nennen sie Ziele. Markieren Gipfel, die wir stürmen wollen. Zeichnen Linien in die Zukunft, die uns Sicherheit geben sollen.

Doch bevor wir die Route festlegen und den Rucksack schultern, lohnt ein ehrlicher Blick auf den Kompass: Aus welcher Energie heraus planen wir eigentlich?

Geht es um Freude am Wandern, Neugier auf neue Wege, Begeisterung fürs Unbekannte? Oder um Angst – stehenzubleiben, von anderen überholt zu werden, nicht gut genug zu sein?

In meiner Arbeit habe ich vier unterschiedliche „Motoren“ hinter unseren Zielen entdeckt. Die meisten werden von (unbewussten) Erwartungen angetrieben. Und nicht jeder führt uns dorthin, wo wir eigentlich ankommen wollen.

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1. Die Peitsche: „Ich muss mich antreiben, sonst tue ich nichts.“

Wer mit der Peitsche plant, nutzt das Ziel als reines Druckmittel. Dahinter steht die fast schon existenzielle Angst: „Wenn ich die Zügel locker lasse, tue ich gar nichts mehr. Dann sitze ich nur noch auf der Couch, esse Chips und schaue Netflix.“

Damit das nicht passiert, werden Ziele, Pläne und To-dos geschmiedet. Das klingt nach Produktivität – ist aber das Gegenteil. Denn genau das, was jetzt so dringend nötig wäre – echte Erholung – verweigern sie sich selbst.

Das Problem: Hier beißt sich die Katze in den Schwanz. Je erschöpfter wir sind, desto weniger natürlichen Antrieb spüren wir. Was tun wir also? Wir greifen noch fester zur Peitsche – mehr Willenskraft, mehr Disziplin –, um nicht als „faul“ oder „unproduktiv“ zu gelten.

Ein Beispiel: Du setzt dir das Ziel, jeden Morgen um 6 Uhr zu joggen. Nicht weil du unbedingt Lust darauf hast, sondern weil du es dir „versprochen“ hast. Nach zwei Wochen schleppst du dich nur noch aus dem Bett, fühlst dich schuldig, wenn du es nicht schaffst – und verstärkst den Druck. Ein ungesunder Teufelskreis.

Was wirklich hilft: Erkenne, dass Erschöpfung kein Zeichen von Schwäche ist, sondern ein Signal deines Körpers. Wie ein Muskel, der erst in der Entspannungsphase wächst, brauchst auch du eine Balance zwischen Kontraktion und Relaxation.

Der entscheidende Schritt: Vertraue dir selbst. Nein, du wirst nicht auf der Couch liegen bleiben. Dafür trägst du viel zu viele Ideen in dir herum.

Gib dir Raum zum Durchatmen – und beobachte, was von alleine entsteht.

2. Die Beruhigungspille: „Wenn ich einen Plan habe, habe ich die Kontrolle.“

Eigentlich ist es absurd: Wir schreiben ein paar Zahlen und Sätze auf ein Blatt Papier und plötzlich fühlen wir uns sicher. Der Verstand liebt diese Beruhigungspille. Er blickt auf die Liste und flüstert: „Alles gut, ich weiß genau, was zu tun ist. Weit und breit keine Gefahr zu sehen.“

Dass das eine Illusion ist, davor verschließen wir lieber die Augen. Der Verstand könnte uns sonst ein paar Panik-Attacken durch den Körper jagen – und das wollen wir um jeden Preis vermeiden.

Das Problem: Wir verwechseln die Landkarte mit dem Gelände. Wir halten uns so krampfhaft an unserem Plan fest, dass wir starr vor Angst werden, sobald das Leben einen Umweg macht. Wir planen nicht, um zu gestalten, sondern um die Angst vor der Ungewissheit zu betäuben.

Ein Beispiel: Du planst dein Business-Jahr bis ins Detail: Umsatzziele für jeden Monat, Launch-Daten, Marketingstrategien. Dann kommt im März eine unerwartete Chance – aber sie passt nicht in deinen Plan. Statt flexibel zu reagieren, klammerst du dich an deine Jahresplanung und lässt die Gelegenheit vorbeiziehen.

Was wirklich hilft: Eine schrittweise Annäherung an die Wahrheit: Wir wissen einfach nicht, was morgen, in einem Monat oder in einem Jahr sein wird.

Auch wenn sich dieses Nicht-Wissen im ersten Moment unangenehm anfühlt – es zuzugeben, ist eine enorme Erleichterung. Du musst nicht alles kontrollieren. Du musst nicht jede Variable kennen.

Wahre Sicherheit entsteht nicht durch einen starren Plan, sondern durch die Fähigkeit, mit dem zu tanzen, was gerade passiert. Plane, ja – aber halte deine Pläne leicht in der Hand, nicht mit geballter Faust.

3. Die Erlaubnis: „Erst wenn ich das erreiche, bin ich gut genug.“

Der Klassiker. „Zuerst die Arbeit, dann das Vergnügen.“ Erst wenn der Umsatz stimmt, die Website perfekt läuft oder das Projekt abgehakt ist, darfst du dich entspannen. Dich belohnen. Dir etwas leisten.

Die stille Überzeugung dahinter: „So wie ich jetzt bin, reiche ich nicht. Ich bin nicht genug – noch nicht.“

Das Problem: Der Selbstoptimierungs-Wahn hat uns fest im Griff. Es gibt immer noch mehr zu erreichen, mehr zu verbessern. Und da ist es egal, ob es sich um „SMARTE Ziele“ mit harten Zahlen handelt oder um etwas „Höheres“ wie tiefe innere Gelassenheit – die Logik bleibt dieselbe: Was wir haben, wer wir sind, ist nicht okay.

Ein Beispiel: Du sagst dir: „Wenn ich 10.000 Euro im Monat verdiene, dann kann ich mir endlich erlauben, entspannter zu arbeiten.“ Du erreichst die 10.000 Euro – und setzt die Messlatte sofort auf 15.000. Oder: „Wenn ich endlich wirklich auf alles ruhig und gelassen reagiere, habe ich mich selbst gefunden. Du meditierst zwar täglich – der nächste „zu langsame“ Autofahrer, bringt dich trotzdem zur Weißglut.

Solange wir in dieser Wenn-Dann-Falle feststecken, rauschen wir von einem Hamsterrad ins nächste. Und das Aussteigen ist selten eine sanfte Landung.

Was wirklich hilft: Radikale Selbstakzeptanz. Das klingt einfacher, als es ist – ich sehe in meiner täglichen Arbeit, wie schwer dieser Prozess sein kann. Aber es ist der einzige Weg, der überhaupt zu einem echten Ziel führt.

Ein erster Schritt: Achte darauf, wie du mit dir sprichst. Welche Sätze denkst du über dich selbst? Würdest du so mit einem guten Freund sprechen? Deine Gedanken und Worte erschaffen deine Realität. Wie sieht deine gerade aus?

Die Wahrheit ist: Du bist jetzt schon genug.
Nicht irgendwann. Jetzt.

4. Die Freude: „Ich nehme sie mit, wo immer ich hingehe.“

Ich höre es immer wieder in meinen Workshops: „Wenn ich kein Ziel erreichen muss – wozu mache ich das alles dann überhaupt?“

Die Antwort ist so simpel wie ungewohnt: Aus Freude.

Viele schauen mich dann mit großen Augen an. „Im Business kann ich doch nicht nur tun, was ich möchte!“

Aber genau hier liegt der gewaltige Irrtum.

Wir sind es gewohnt, in einer ständigen Er-wart-ung zu leben. Wir gehen auf eine Party und hoffen, dass sie toll wird. Wir starten einen Job und warten darauf, dass er uns Sicherheit gibt. Wir gründen ein Business und erwarten, dass es uns endlich Sinn im Leben gibt.

Das Problem: Wir warten ständig darauf, dass Menschen, Situationen oder erreichte Ziele uns etwas geben. Wir kommen nicht auf die Idee, dass wir es sind, die diese Umstände erst erzeugen.

Ein Beispiel: Du denkst: „Wenn ich mein Traumkunden-Projekt an Land ziehe, dann macht die Arbeit endlich Spaß.“ Aber was, wenn du die Freude an der Arbeit jetzt schon kultivierst – mit den Projekten, die du gerade hast? Plötzlich ändert sich deine Ausstrahlung, deine Energie. Und genau diese Energie zieht die Traumkunden an.

Was wirklich funktioniert: Mitbringen statt Erwarten.

Ich warte nicht darauf, dass der Job sinnvoll ist – ich bringe den Sinn in meine Arbeit ein.
Ich warte nicht, dass das Ziel mir Sicherheit gibt – ich bringe meine innere Sicherheit mit an den Schreibtisch.

Freude, Freiheit und Leichtigkeit sind nicht „da draußen“ am Gipfel des Berges zu finden. Sie sind in dir. Du packst sie in dein Handgepäck und nimmst sie mit, wo immer du hingehst.

Wenn du aufhörst zu warten, fängst du an zu erschaffen.

Was nimmst du 2026 in deinem Handgepäck mit?

Die Freude oder die Er-wart-ung?

Die Peitsche oder das Vertrauen?

Den starren Plan oder die Fähigkeit zu tanzen?

Die Bedingung „erst wenn …“ oder die Akzeptanz „jetzt schon“?

Du hast die Wahl. Jeden Tag neu.

Alles Liebe

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